EuGH-Entscheidung in der Rechtssache C-440/23 eröffnet Wege zur Rückforderung von Einsätzen bei illegalen Anbietern
Geschrieben von Ben Meier · 9.6.2026

EuGH-Entscheidung in der Rechtssache C-440/23 eröffnet Wege zur Rückforderung von Einsätzen bei illegalen Anbietern

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat in der Rechtssache C-440/23 festgestellt, dass Spieler in Deutschland Ansprüche auf Erstattung von Verlusten gegenüber Betreibern geltend machen können, wenn diese ohne erforderliche Lizenz Online-Casino- und Wettangebote zwischen 2019 und 2021 betrieben haben, und zwar während einer Zeit, in der solche Aktivitäten nach deutschem Recht untersagt waren. Das Urteil bestätigt, dass Unionsrecht zivilrechtliche Klagen auf Rückerstattung von Einsätzen nicht ausschließt, selbst wenn nachfolgende regulatorische Änderungen eingetreten sind. Beobachter verweisen auf die Verbindung zu früheren deutschen Entscheidungen, darunter ein Beschluss des Oberlandesgerichts Köln aus dem Januar 2026, der den Anbieter Tipico zur Erstattung von 25.600 Euro an einen Spieler verpflichtete.
Hintergründe des Verfahrens und nationale Rahmenbedingungen
Zwischen 2019 und 2021 galten in Deutschland strenge Verbote für bestimmte Formen des Online-Glücksspiels, während der Markt gleichzeitig von ausländischen Anbietern ohne entsprechende Genehmigungen bedient wurde. Das Verfahren C-440/23 gelangte auf Vorlage eines deutschen Gerichts zum Europäischen Gerichtshof, wobei die zentrale Frage lautete, ob europäisches Recht nationale zivilrechtliche Ansprüche auf Rückzahlung verlorener Einsätze behindert. Die Entscheidung stellt klar, dass solche Klagen mit EU-Recht vereinbar bleiben und dass nationale Gerichte diese Ansprüche prüfen können, ohne gegen unionsrechtliche Vorgaben zu verstoßen. Daten aus Gerichtsakten zeigen, dass bereits vor dieser Entscheidung mehrere Verfahren in deutschen Instanzen anhängig waren, in denen Spieler Erstattungen verlangten.
Auswirkungen auf bestehende und künftige Verfahren
Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs baut auf der Linie des Oberlandesgerichts Köln auf, das im Januar 2026 den Anbieter Tipico zur Zahlung von 25.600 Euro verurteilt hatte, und erweitert damit den Spielraum für vergleichbare Fälle. In der Praxis bedeutet dies, dass Spieler, die zwischen 2019 und 2021 bei nicht lizenzierten Plattformen Einsätze getätigt haben, nun vor deutschen Gerichten auf Rückerstattung klagen können, sofern die Voraussetzungen des nationalen Zivilrechts erfüllt sind. Statistiken aus dem deutschen Justizsystem deuten darauf hin, dass die Zahl solcher Klagen seit Beginn der regulatorischen Übergangsphase zugenommen hat, wobei das aktuelle EuGH-Urteil als zusätzlicher Impuls wirkt. Judgment of the Court in Case C-440/23 liefert die maßgebliche Begründung und wird in juristischen Kreisen bereits als Referenz für ähnliche Konstellationen herangezogen.
Rechtliche Einordnung und Verbindungen zum deutschen Recht
Deutsche Gerichte hatten bereits vor dem EuGH-Verfahren in mehreren Fällen entschieden, dass Verträge über illegales Glücksspiel nichtig sind und damit Rückforderungsansprüche begründen können. Das Urteil in der Rechtssache C-440/23 bestätigt diese Sichtweise aus europäischer Perspektive und stellt fest, dass die späteren regulatorischen Lockerungen die Rechtslage für die vorangegangenen Jahre nicht rückwirkend ändern. Behörden und Verbände beobachten, dass die Entscheidung die Durchsetzung bestehender Verbote stärkt, während sie gleichzeitig den betroffenen Spielern konkrete rechtliche Instrumente an die Hand gibt. Im Juni 2026 liegen erste Auswertungen vor, die eine steigende Anzahl von eingereichten Klagen nach dem EuGH-Spruch dokumentieren.

Praktische Umsetzung und Verfahrensabläufe
Spieler, die zwischen 2019 und 2021 Verluste bei nicht autorisierten Anbietern erlitten haben, können ihre Ansprüche nun mit Verweis auf das EuGH-Urteil geltend machen. Die Verfahren laufen in der Regel vor den zuständigen Zivilgerichten, wobei die Beweislast für die Teilnahme an den illegalen Angeboten und die Höhe der Einsätze beim Kläger liegt. Gerichtliche Entscheidungen wie die des Oberlandesgerichts Köln aus dem Januar 2026 dienen dabei als Orientierungshilfe für vergleichbare Konstellationen. Experten verfolgen die Entwicklung der Fallzahlen, um abzuschätzen, wie viele weitere Klagen in den kommenden Monaten eingereicht werden könnten.
Ausblick auf regulatorische und gerichtliche Entwicklungen
Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 steht im Kontext der schrittweisen Liberalisierung des deutschen Glücksspielmarktes seit 2021, ändert jedoch nichts an der Bewertung der vorangegangenen illegalen Phase. Nationale Behörden bereiten sich darauf vor, dass weitere Klagen folgen werden, während Anbieter mögliche finanzielle Belastungen kalkulieren. Die Kombination aus europäischem und nationalem Recht schafft damit einen klaren Rahmen, innerhalb dessen Spieler ihre Ansprüche durchsetzen können, ohne dass unionsrechtliche Hindernisse entgegenstehen. Im Juni 2026 bleibt die Entwicklung der Rechtsprechung ein zentraler Faktor für die Bewertung vergangener und laufender Verfahren.
Schlussfolgerung
Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 liefert eine verbindliche Klarstellung zur Zulässigkeit zivilrechtlicher Rückforderungen bei illegalem Online-Glücksspiel in Deutschland für den Zeitraum 2019 bis 2021. Es knüpft an bestehende deutsche Gerichtsentscheidungen an und eröffnet Spielern konkrete rechtliche Möglichkeiten, ohne dass EU-Recht dem entgegensteht. Die weiteren Verfahrensentwicklungen werden zeigen, wie sich die Entscheidung in der Praxis auswirkt.